Vortrag auf der Licht 2025 in Oldenburg

Präsentation Licht2025

Untersuchung zur Bewertung der physiologischen Blendung
bei der Beleuchtung von Industriehallen


Oliver Maak, Christoph Schierz, Stefan Wolf, Cornelia Vandahl – TU Ilmenau


Problemstellung / Forschungsfragen
Bisher wird die psychologische Blendung an Arbeitsplätzen in Innenräumen mit dem
international genormten UGR-Verfahren begrenzt, das für helle, büroähnliche Räume
geeignet sind. In großen, dunklen Industriehallen überwiegt jedoch die Störung der
Sehleistung, deren Bewertung trotz gesetzlicher Vorgaben bislang nicht möglich ist.
Störungen der Sehleistungen werden durch Streulicht im Auge (physiologische Blendung)
und zeitliche Nachwirkungen nach einer vorangegangenen Blendung (Sukzessivblendung)
verursacht.


In der Bürobeleuchtung geht man davon aus, dass bei geringer psychologischer Blendung
auch die physiologische Blendung klein ist. Diese Annahme ist für Industriehallen nicht
passend, da Umgebungsleuchtdichten und Tätigkeitsprofile mit den zugehörigen
Blickrichtungen von der Büroanwendung abweichen. Dennoch wird derzeit bei der
Beleuchtung von Industriehallen nach Norm (DIN EN 12464-1) der UGR-Wert als Grundlage
der Blendungsbewertung verwendet.


Nachbilder und andere Blendungseffekte, welche während und nach einer physiologischen
Blendung auftreten können, werden bisher weder einheitlich beschrieben noch reguliert.
Diese Phänomene werden in dem präsentierten Forschungsprojekt untersucht, mit dem
Ziel, für die veränderten Parameter dieser industriellen Szenarien ein valides Modell zu
entwickeln, um Blendungssituationen oder Nachbilder im Auge sicher vorherzusagen.
Die Forschungshypothesen sind derzeit folgende:

  1. Es ist möglich, ein Modell zu erstellen, mit dem sich die Entstehung und das
    Verhalten von Nachbildern im Auge, die nach einer Blendungssituation entstanden
    sind, beschreiben lassen.
  2. Einige Leuchtentypen sind bei gleicher Beleuchtungsqualität in Hinsicht auf die
    Blendung systematisch besser für die Beleuchtung von Industriehallen geeignet.
  3. Es gibt einen beschreibbaren Zusammenhang von physiologischer Blendung und
    Sukzessivblendung

Um diese Forschungshypothesen zu prüfen sind mehrere Versuchsaufbauten notwendig.
Es sind daher die folgenden Versuchskonzepte angedacht:

  1. Feld-Versuch: Ermittlung von Blickrichtungen der Beschäftigten in Industriehallen.
  2. Labor-Versuch: Sukzessivblendung, Entstehung und Verhaltung von Nachbildern
  3. Feld-Versuch: Blendungsbewertung in Industriehallen

Mit diesen Ergebnissen können die phyiologische Blendung und die Sukzessivblendung,
sowie die damit verbundene Beeinträchtigung der Beobachter hinreichend genau zu einem
Modell zusammengefasst werden. Es wird eine Datenbank für Industrieleuchten vorgestellt,
welche diese einander in Bezug auf ihre lichttechnischen Parameter vergleichend
gegenüberstellt. So kann das UGR-Verfahren mit den noch zu entwickelnden Verfahren
verglichen werden.

Autor:
Oliver Maak M.Sc.

https://licht2025.de/vortragssession/bewertung

category:

Blendungsbewertung,Forschung und Entwicklung